Ein Crash ist nur in tropischen Regionen zu überleben

natürliche Kartoffeln

mit Trieben von 30 Zentimetern sind natürliche Kartoffeln noch genießbar

  • wenn sich die Pforten zur Hölle öffnen, wird sich zeigen, dass nicht mehr genügend Biolebensmittel zur Verfügung stehen, denn die inländische Produktion liegt im einstelligen Prozentbereich
  • die Umstellung von der chemischen auf die natürliche Produktion von Lebensmitteln wird sehr lange dauern und deshalb kann die Mehrheit der Bevölkerung “kalter Länder” einen Crash nicht überleben
  • lebensmittelproduzierende Betriebe werden nach einem Crash wahrscheinlich beschlagnahmt
  • die moderne Generation wurde erfolgreich dazu erzogen, abhängig und unselbstständig zu sein und hat zu 99,9% keinen Plan B
  • einen Crash zu überleben, ist nur in den Tropen möglich, denn nur dort können während des ganzen Jahres Nahrungsmittel produziert werden

 

Es war einmal vor einem halben Jahrhundert, etwa zwölf Kilometer westlich von Ramstein. Damals machten die Amis ordentlich Krach mit ihren Starfightern. Es gab noch keine Chemtrails – zumindest hatte sie noch niemand erkannt – und wir Kinder wetteten darauf, welcher von den zehn oder mehr Fliegern, die gerade am Himmel zu sehen waren, als nächster die Schallmauer durchbrechen würde. Für alle, die das noch nie gehört haben: Die Tassen wackelten im Schrank. Das muss man/frau nicht miterlebt haben, denn gewissermaßen waren wir immer auf Krieg eingestellt. In der Schule wurde uns gesagt, dass es uns im Falle eines Falles zuerst erwische, denn ein sexyer Ziel als Ramstein – den größten Militärflughafen Europas – gebe es für die Russen nicht.

Apfelmus und Kartoffelpuffer

Apfelmus und Kartoffelpuffer statt Big Mac und Pommes in den Sechzigern

Damals, in Miesau, einem kleinen Nest in der Pfalz – aßen wir jede Menge Kartoffelpuffer mit Apfelmus. Vielleicht bin ich mit meinen 59 Lenzen deshalb noch so fit… Kartoffeln wurden im Keller dunkel und trocken gelagert und hatten Triebe von bis zu 30 Zentimetern, wenn ich mich recht entsinne. Das war aber kein Problem. Oma schälte die Dinger und sie schmeckten super. Sie waren das Gegenteil von dem, was heute als kulinarische Verführung gilt, aber sie waren die Basis unserer Ernährung, ohne dass wir uns jemals darüber beschwerten. Die Äpfel lagen im Regal neben den Erdäpfeln und auch sie wurden von Woche zu Woche hässlicher – keine Chance gegen Granny Smith. Sie schrumpelten vor sich hin, verloren Flüssigkeit und wurden dadurch immer süßer. Ohne Zucker machte Oma ein Klasse-Apfelmus daraus und dazu gab es immer wieder ihre unwiderstehlichen Kartoffelpuffer. Noch heute habe ich den Duft in der Nase. Wir hätten damals mit Biokartoffeln und Bioäpfeln vielleicht keinen Atom-Krieg überstanden, aber wir wären nach einem Crash zumindest nicht sofort verhungert. Weil Geld in unserer Familie als Mangelware galt, aßen wir das Zeugs fast jeden Tag; Fleisch gab es vielleicht einmal die Woche und dann auch ziemlich wenig. McDonald’s in Kaierslautern gab es erst in den Siebzigern.

Jetzt aber zum Thema: Ob ich mit meinen Theorien richtigliege, wird sich möglicherweise bald zeigen. Zwar hoffe ich, dass uns noch ein paar Jahre bleiben, um uns auf den Totalzusammenbruch vorzubereiten, aber die Ereignisse deuten darauf hin, dass wir die exponentielle Kurve immer schärfer nehmen. Größere “Dinge” scheinen in greifbare Nähe zu rücken und wenn sich die Pforten zur Hölle schließlich öffnen, wird sich zeigen, dass bei Weitem nicht mehr genügend Apfelmus und Kartoffelpuffer zur Verfügung stehen, um 80.000.000 hungrige Mäuler in Deutschland zu stopfen. Denn es gibt sie nicht mehr, die Apfelbäume entlang holpriger Landstraßen, an welchen Bioäpfel wuchsen, die über Monate gelagert werden konnten. Und es gibt sie nicht mehr, die Bioerdäpfel, die im Kellerregal Triebe von 30 Zentimetern bekamen. Zumindest gibt es nicht genügend Bioäpfel und Bioerdäpfel, um 80 Millionen hungrige Mäuler zu stopfen.

Selbiges trifft auf andere Biolebensmittel zu; selbiges trifft auf alle anderen Länder Europas zu. Und was die Entwicklung der Bevölkerung betrifft, so gibt es nicht mehr genügend Omas, die dieses Gericht zubereiten können und uns zum Trost von ihren Erfahrungen, vom Hunger und von anderen Leiden im Krieg erzählen könnten. Sie müssen sich nach einem Crash erst einmal wieder auf diese Kost zurückbesinnen, aber es wird eine ganze Weile dauern, bis in Äckern, die über Jahrzehnte mit Chemikalien behandelt wurden, wieder genügend Biokartoffeln gedeihen und es wird noch viel länger dauern, bis eine entsprechende Menge Bioäpfel von Bioapfelbäumen geerntet werden können, um daraus Bioapfelmus zu machen. Wahrscheinlich wird es eine ganze Generation in Anspruch nehmen. Mit BASF-Kartoffeln und Granny Smiths ist ein Überleben unmöglich. Abgesehen davon, wird es nach einem Crash weder BASF noch Granny Smith geben. Mit der absoluten Mehrheit der verwöhnten Generationen der letzten fünf Jahrzehnte ist ein Überleben in Europa sowieso vollkommen undenkbar.

Also stellt sich die Frage, welche alternativen Nahrungsmittel zur Verfügung stehen werden. Ich behaupte: Keine! Moderne Europäer lagern etwa genauso wenige Lebensmittel, wie sie Vorstellungen vom Ernst der Situation haben: Keine! Dass die Bundesregierung dazu aufrief, ein paar Lebensmittel zu bunkern, kann nur als Alibi gewertet werden. In den Qualitätsmedien findet dieses Thema kein Gehör und in den Städten gibt es sowieso keine Möglichkeiten, etwas zu bunkern. Bioäpfel und Biokartoffeln werden heute von einer verschwindend kleinen Minderheit gekauft, aber nur, weil sie Bio sind und nicht, weil sie dazu beitragen, den ersten Crash-Winter zu überleben. Für Homo destructivus gibt es bekannterweise wichtigere Dinge zu tun, als Lebensmittel zu lagern.

Betrug der Bioanteil aller verbrauchten Lebensmittel in Deutschland gemäß einer Statistik aus dem Jahr 2014 gerade mal vier Prozent, so nehme ich an, dass diese Menge sich heute immer noch im einstelligen Prozentbereich befindet. Da etwa die Hälfte aller Bioprodukte importiert wird, kann davon ausgegangen werden, dass etwa drei Prozent aller Biolebensmittel im Inland hergestellt werden. Folglich stellt sich die Frage, wie 97% der Nahrung hergestellt werden, wenn genmanipulierte Produkte und Chemikalien eines Tages nicht mehr lieferbar sind.

Kommt es zum Crash, gibt es zuerst einmal Staus an den Tankstellen mit entsprechenden Meinungsverschiedenheiten. Ohne Strom läuft keine Pumpe mehr und alle Beteiligten stellen sich die Frage, wie der wertvolle Saft in den Tank kommt. Wer genügend Sprit hat, fährt zur nächsten Tankstelle; die ist aber auch trocken. Mit steigender Nervosität werden schließlich die unterirdischen Tanks aufgebrochen, um Benzin und Diesel eimerweise zu entnehmen. Welche Probleme dabei entstehen können, sei der Phantasie des Lesers überlassen. Gleichzeitig werden alle Geschäfte geleert; zuerst will man/frau noch kaufen, aber spätestens, wenn Kreditkarten nicht mehr funktionieren, wird es auch in Supermärkten zu nennenswerten Meinungsverschiedenheiten kommen. Schließlich wird geplündert, und wer zu spät kommt, den bestraft das Leben in diesem Fall ganz besonders hart, denn die Märkte bleiben danach erst einmal geschlossen. Vielleicht sind sie auch offen, weil die Türen aus den Zargen gerissen wurden, aber sie sind auf jeden Fall leer; die letzten nehmen die Regale mit. Ohne Strom gibt es in den Tagesthemen auch keine tröstenden Worte seitens Mutti, sollte sie noch in Würde ihres Amtes sein. Selbst das schmelzende Schokoladeneis, das noch schnell gegessen werden muss, weil die Tiefkühltruhe abtaut, ist dann kein Trost mehr.

Biolebensmittel

Biolebensmittel haben heute einen ganz geringen Marktanteil

Also stellt sich die Frage, was moderne €uropäer nach dem Crash essen. Ich behaupte: Nichts! Ferner stellt sich die Frage, was moderne Europäer nach dem Crash trinken. Um mich nicht zu wiederholen, überlasse ich die Beantwortung dieser Frage dem Leser. Einen Monat ohne Essen zu überleben, ist möglich, aber ohne Wasser wird es schon nach zwei Tagen eng. Gegenargumente wie saubere Gewässer, aus denen man trinken kann, lasse ich nicht gelten, denn dazu müssten Stadtbewohner aufs Land und Völkerwanderungen ohne Proviant sind prinzipiell unmöglich – vor allem im Winter! Die wenigen, die es in die Dörfer schaffen, werden dort keine Unterkunft finden und weil sie verzweifelt Ausschau nach Verdaubarem halten, wird es auch auf dem Land nennenswerte Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Nahrungsmittelverteilung geben. Polizeibeamte werden Anordnungen möglicherweise am ersten Tag nach dem Crash noch folgen. Haben sie aber verstanden, dass es sich nicht um ein “normales Ereignis” handelt, werden sie nach Hause gehen, um ihre Familie mit ihren Dienstwaffen zu beschützen. Mit staatlichen Hilfen ist also nicht zu rechnen.

Daher behaupte ich, dass im Falle eines Totalzusammenbruchs ein großer Teil der Bevölkerung resigniert und etwaige Unruhen ausbleiben. Wer zwei Tage nichts trinkt, ist noch nicht einmal mehr im Stande, die Wohnungstür seines Nachbarn aufzubrechen, um nachzusehen, ob dort noch was zu holen ist. Noch weniger werden die Menschen dann im Stande sein, organisiert auf der Straße militanten Widerstand zu leisten. Gegen wen auch? Ferner muss davon ausgegangen werden, dass ein Großereignis wie ein Crash nicht dem Zufall überlassen bleibt und daher nicht während der Ernte, sondern im tiefsten Winter zu erwarten ist.

Jetzt aber zum wirklichen Thema: Ich glaube, dass ein großer Teil der modernen Gesellschaft einen Totalzusammenbruch nicht überleben kann. Das bekannte Szenario der Neuen Weltordnung, nach welcher 90% der Bevölkerung ausradiert werden, lässt grüßen. Mit einem Crash muss noch nicht einmal direkte Gewalt angewendet werden, um den größeren Teil der Menschheit zu eliminieren. Über Jahrzehnte wurden Neuzeit-Junkies erfolgreich dazu erzogen, absolut unselbstständig zu sein. Der Strom kommt aus der Steckdose, das Geld ist auf der Bank. Ist die Steckdose tot und die Bank geschlossen, hat Homo modernus ein Problem, denn 99,9% aller modernen Zeitgenossen haben keinen Plan B. Wie auch? Sie sind ja permanent damit beschäftigt, das Hamsterrad zu drehen, ohne sich darüber bewusst zu sein.

Reis

eines Tages werden Lebensmittel wieder natürlich produziert werden müssen

Und dennoch gibt es “andere”!

Wir befinden uns im Jahre 2018. Die ganze Welt ist vom Gedanken besessen, Zinsen zu bezahlen. Die ganze Welt? Nein! Eine kleine Gruppe von “Extremisten” hört nicht auf, sich Gedanken über ihre Zukunft zu machen und sich zu fragen, was zu tun ist, um sich auf einen Crash vorzubereiten. Lebensmittel zu bunkern, ist für sie kein Thema, denn wenn dich deine Nachbarn – wahrscheinlich mit Gewalt – davon überzeugen, dass deine Lebensmittel in Wirklichkeit ihnen gehören, ist der Schmerz groß. Deine Vorräte sind dann nicht weg; es besitzen sie dann Andere.

Was aber wesentlich entscheidender ist, als keine Lebensmittel zu bunkern: Diese “Extremisten” glauben nicht, dass es möglich ist, einen Crash in den kalten Ländern der sogenannten entwickelten Welt überleben zu können. Generell steht dort nach dem Zusammenbruch des Systems die Beschlagnahmung lebensmittelproduzierender Betriebe auf dem Plan, denn die Elite hält nichts von “Schlank-Schlank mit Ess-Bremse”. Einen Bauernhof in Brandenburg zu kaufen, ist daher auch kein Thema. Mutti und Crew – oder andere Fadenzieher, die dann an der Macht sind – schicken dir nach dem Crash nötigenfalls ein paar wuchtige Jungs, um dir beizubringen, dass deins nur das ist, was Du siehst, wenn Du deine Augen schließt. Zwei Millionen Rehe in deutschen Wäldern geteilt durch 80.000.000 hungrige Mäuler entsprechen gerade mal einer Mahlzeit, und Wildschweine helfen auch nicht viel weiter. Um ein paar Heidelbeeren zu finden, verbrauchst Du mehr Kalorien als dir deine Ausbeute bringt und das auch nur, wenn es gerade welche gibt. Die wenigen Fische, die in den Weihern schwimmen, müssen direkt nachdem sie angebissen haben lebendig gegessen werden, denn der Transport von Lebensmitteln nach dem Crash ist eine riskante Sache, weil dann alle Zeitgenossen von dem Gedanken besessen sein werden, andere davon zu überzeugen, ihnen ihre Nahrung zu überlassen.

Alle Zeitgenossen? Nein! Einer kleinen Gruppe von “Extremisten” gelang es, sich auf den Crash vorzubereiten. Sie haben keine Zauberformel und auch keinen Zaubertrank, aber sie haben sich rechtzeitig auf das vorbereitet, was kommen musste!

Mit anderen Worten: Für die absolute Mehrheit ist es unmöglich, einen Crash in kalten Ländern zu überleben. Nur in den Tropen können während des ganzen Jahres Nahrungsmittel produziert werden. Dass es nach einem Totalzusammenbruch auch in Panama zu Problemen kommen kann, ist nicht ausgeschlossen. Da es hier aber immer etwas zu essen und zu trinken gibt, haben wir mit Bestimmtheit bessere Karten. Noch Fragen?

 

Es gibt keinen Planeten B, aber es gibt einen Plan B: Finca Bayano!